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Grundig TK3200 HiFi [Beitrag #16434] Do, 11 November 2021 19:53 Zum nächsten Beitrag gehen
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Ort: Frankfurt am Main
Liebe Tonbandfreunde,

Grundig- Tonbandgeräte hatten ja (seit etwa 1970) meistens einfache Mechaniken, aus Blech geprägte Chassis und viel Plastik. Und dennoch gibt es ein Gerät, was ganz anders ist als alle anderen:

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Fast 5kg schwer (dazu kommen ggfs. noch 6 Monozellen-Batterien ("D")), Gehäuse und Chassis komplett aus Metall (Druckguss), mit einem einzigartigen, elektronisch kommutierten direktantreibenden Tonwellenmotor von Siemens, dessen Ansteuerelektronik allein 12 Transistoren bedingt. Dazu über Fühlhebelbremsen geregelter Bandzug, 3 Tonköpfe mit "echter" Hinterbandkontrolle und eine bis zum letzten Meter gut durchziehende Umspulfunktion. Als Nachteil sind neben dem Gewicht zu werten: Hoher Stromverbrauch (ca. 400 mA im normalen Laufbetrieb), lt. BBC London schwache Aufnahme im Bassbereich, auch in den Höhen (bis 16 kHz bei 19 cm/s) kommt das TK3200 an die UHER- Konkurrenz nicht heran, zu teuer, ferner gibt es nur eine Zweispur- Mono- Version.

Das war bestimmt ein Projekt, wo Max Grundig auf dem Höhepunkt seiner Tonband- Ära den "UHERs" zeigen wollte, wie ein "Über- Report" aussieht und wer jetzt in dieser Geräteklasse die Nase vorn hat. Die Neuentwicklung mit Start "vom Nullpunkt" muss Unsummen gekostet haben, vom Werkzeugbau bis zur Montagelinie für dieses aus unheimlich vielen Teilen bestehende Gerät. Schon nach 3 Jahren wurde das Gerät abgekündigt, es gab kein Vierspur und kein Stereo. dDa sind wahrscheinlich einige Millionen DM versenkt worden. Der Tonwellenmotor war ein Gemeinschaftsprojekt mit Siemens, der damals die ersten elektronisch kommutierten, bürstenlosen Gleichstrommotoren in den Markt einführte, darüber gibt es in der Siemens- Hauszeitschrift einen Artikel. Vielleicht suchte Siemens ein Referenzdesign dafür und hat einen Teil der Entwicklungskosten übenommen.

Könnte es so gewesen sein ? Wer weiß Genaueres ?

Mit freundlichen Grüßen


Ronald
  • Anhang: TK3200.PNG
    (Größe: 0.98MB, 120 mal heruntergeladen)

[Aktualisiert am: Do, 11 November 2021 19:57]

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Aw: Grundig TK3200 HiFi [Beitrag #16518 ist eine Antwort auf Beitrag #16434] Sa, 04 Dezember 2021 15:08 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
Siegfried ist gerade offline  Siegfried
Beiträge: 89
Registriert: August 2012
Ort: Dornstadt
Ich habe von dem TK3200 3 Stück, keines hat eine Bandendabschaltung,
obwohl im Schaltbild gezeichnet. Der Aufnahmeverstärker wird bei TB Aufnahme
vom Radio total übersteuert. Ich habe den Verstärker mit LTSpice untersucht,
eine Katastrofe !!! Bei einer Eingangsspannung von 100mV ist der Verstärker total
übersteuert.

Siegfried

Aw: Grundig TK3200 HiFi [Beitrag #16520 ist eine Antwort auf Beitrag #16518] Sa, 04 Dezember 2021 18:29 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
ocean-boy 204 ist gerade offline  ocean-boy 204
Beiträge: 456
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Hallo Siegfried,

ich vermute Du bist von einem Chinch Ausgang oder DIN Verstärkeranschluß an das Tonbandgerät gegangen, das führt zu Problemen. Wie der Aufnahmeanschluß von TB-Geräten mit DIN Buchsen konzipiert ist, wird hier ausführlich beschrieben:
https:// www.radiomuseum.org/forum/nach_welchem_prinzip_arbeitet_die_ aufnahmeleitung_vom_radio.html
siehe auch die Anlagen des Artikels von Hr. Knoll

M.f.G.
Aw: Grundig TK3200 HiFi [Beitrag #16524 ist eine Antwort auf Beitrag #16518] So, 05 Dezember 2021 08:48 Zum vorherigen Beitrag gehen
Hörer ist gerade offline  Hörer
Beiträge: 157
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Ort: Frankfurt am Main
Hallo Siegfried,

Stelle den Eingangswahlschalter (links neben dem Zählwerk) in die rechte Position (Phono), dann sollte es mit dem Hochpegeleingang passen (Stifte 3-2 der DIN- Buchse).

Gruß

Ronald
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