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Nachfertigung von Skalen [Beitrag #922] So, 11 November 2012 19:48 Zum nächsten Beitrag gehen
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Ort: 09661 Hainichen
So mancher von uns Sammlern hat in seiner Sammlung Geräte stehen, deren Skala verwischt, beschädigt, abgeblättert oder sonst unansehnlich ist. Jeder von uns ärgert sich auch darüber und grübelt darüber nach, wie man dieses Problem lösen könnte. Nun, ein Ersatzgerät ist nicht immer zu haben und unser Spezialist für Skalen und Rückwände (Hans Stellmacher) hat auch nicht alles.
Das Problem betrifft Geräte aller Zeiten.
Während Geräte der 20er Jahre bis Mitte der 30er vielleicht noch nachzufertigende Skalen hatten, scheitert es bei den Glasskalen häufig.
Ich denke, diese lassen sich im Wesentlichen in 2 verschiedene Arten einteilen.

a) durchscheinende Glasskalen mit einem Aufdruck der Sendernamen etc. einfarbig oder auch bunt. Ziel war hier meist eine Reflexion der Skalenbeleuchtung in der Skala, bedingt durch Reflexion der äußeren Glasgrenzen/ Oberflächen. (Bild 1)

b) nicht durchscheinende Skalen mit Ausschnitten an den zu beleuchtenden Stellen, häufig mit Grundfarbe schwarz, aber auch gold oder andere Farben. (Bild 2)

Variante a könnte vielleicht hergestellt werden, indem eine bdruckte Folie zwischen zwei dünnere Scheiben eingeklebt wird und diese verklebt werden. Nachteil ist sehr wahrscheinlich fehlende Reflexion.

Variante b könnte hergestellt werden, indem ein "satter" Foliendruck auf die Rückseite einer Glasscheibe geklebt wird. Nachteil wird sein, dass der Druck nicht genug Licht schluckt und ein "grauer" Gesamteindruck entsteht.


Es gibt auch heute noch Hersteller, die im damals auch verwendeten Siebdruck-Verfahren Skalen herstellen. Diese sind aber nicht billig (so um 20 EUR für eine kleinere Skala der Variante a) und wollen größere Mengen herstellen.


Wer hat Erfahrungen mit der Herstellung von Skalenscheiben, wie könnten wir Sammler dieses Problem lösen?
Ich könnte mir vorstellen, dass durchaus 20 Sammler zu finden wären, die zum Beispiel eine Skalenscheibe für einen Philips Aachen D 60, einen Telefunken D 770, einen 1 U 11 oder einen Oberhof suchen.

Bitte gebt mir in diesem Thread Eure Meinungen und Erfahrungen, vielleicht kann hier die GFGF als Gemeinschaft etwas tun- natürlich sollte jeder seine Skalen selbst zahlen.

Vielleicht findet sich hier auch Jemand, der die ganze Probematik "ins Händchen" nimmt und für alle etwas macht.


Gruss Ingo


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Bild 1 - durchscheinende Skala, farbig nicht verwendbarer Scan, aber gute Vorlage für "Neubau" der Skala im DTP-Programm


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Bild 2 - Ausschnitt einer nicht durchscheinenden Skala, farblich recht gut, manche DTP Programme gestatten, die Farbe weiss als transparent zu kennzeichen- so könnte eine Folie bedruckt werden.
Aw: Nachfertigung von Skalen [Beitrag #933 ist eine Antwort auf Beitrag #922] Di, 13 November 2012 01:20 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
hartmut_1 ist gerade offline  hartmut_1
Beiträge: 94
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Ort: N 47° 42′ 7", E 7...

Hallo Ingo,

ja, da hast Du einen wunden Punkt getroffen.
Skalen kann man meistens im Siebdruckverfahren machen lassen - auf Glas (-> Glaser) oder Acryl (-> Baumarkt).
Ich habe das mal durchexerziert und eine Skala auf Acryl drucken lassen.
Die Kosten sind aber (fast) durch nichts zu rechtfertigen (mehr als 50€ für eine Skala...)
Wenn man aber mehrere Exemplare anfertigen läßt, dann rechnet sich Siebdruck ziemlich schnell, da die Hauptkosten bei der Herstellung der Siebe entstehen.
Wer macht sowas?
Einfach mal bei einer Werbefirma anfragen, die meisten können das.
Die Haltbarkeit ist auch ganz hervorragend - kein Vergleich mit dem Original - und es sieht auch 100% original aus.
Die meiste Zeit ist übrigens vermutlich bei mir angefallen - die Bearbeitung der Scans einer gebrochenen Glasscheibe ist ziemlich aufwendig.
Wenn man bei der Vorlage die verschiedenen Farben gleich in verschiedenen Layers erstellt (ich verwendete Gimp), hat man für den Druck schon gut vorgearbeitet.
Gruss

Hartmut.

PS
Es gibt noch die Variante 3:
Skala auf Hintergrund (Blech, Plastik etc.) gedruckt und der Zeiger läuft davor entlang.
(z.B. VEF Spidola & Co.)
Da hat man es einfach - ein Tintenstrahler genügt.
Aw: Nachfertigung von Skalen [Beitrag #936 ist eine Antwort auf Beitrag #933] Di, 13 November 2012 17:21 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
RVM-AP ist gerade offline  RVM-AP
Beiträge: 150
Registriert: August 2012
Ort: VS-Villingen, BW

Ingo schreibt oben:

Zitat:
Variante b könnte hergestellt werden, indem ein "satter" Foliendruck auf die Rückseite einer Glasscheibe geklebt wird. Nachteil wird sein, dass der Druck nicht genug Licht schluckt und ein "grauer" Gesamteindruck entsteht.


nach diesem Verfahren hab ich mich auch schon mal beholfen. Den "Durchleuchteffekt" konnte ich erfolgreich unterbinden in dem die Folie mit einem vernünftigen Drucker zwei mal hergestellt wurde - einmal als normaler Druck, einmal gespiegelt. Und dann die beiden Folien jeweils mit der bedruckten Seite deckungsgleich aufeinander.
Mühsam und arbeitsaufwändig - aber wenn die eigene Mühe nicht in Geldwert eingeht dann doch günstiger wie Neuerstellung.

Es gibt doch die Bilder im Acryl - also z.Bsp. Tierkreiszeichen oder Anderes. Da hab ich mal gefragt (auf dem Jahrmarkt, da wurden die Dinger vertrieben) wo die herkommen und wie sie hergestellt werden - Antwort war: Südostasien und Laser.
Jetzt bietet unser Fotograf am Ort solche Bilder mit freien Motiven an - ich hab noch nicht herausbekommen wie das abläuft, vermutlich schickt er ´ne Datei zum Hersteller und der macht´s dann. Das wäre eine Möglichkeit, solche Skalen herzustellen wo die Schrift leuchtet durch stirnseitige Lichtquelle. Obs funktioniert weiß ich noch nicht, aber ich versuche mal in Kontakt zu kommen


Gruß
RVM-AP

[Aktualisiert am: Di, 13 November 2012 17:33]

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Aw: Nachfertigung von Skalen [Beitrag #1019 ist eine Antwort auf Beitrag #936] Mi, 21 November 2012 23:52 Zum vorherigen Beitrag gehen
deltamike55 ist gerade offline  deltamike55
Beiträge: 7
Registriert: August 2012
Ort: 48480
Im Grunde sind wir keinen Schritt weiter, außer dass wir wissen, welche Techniken möglich sind und dass man pro Glas mehr als 50 EUR veranschlagen muss.

Für meine Erfahrungen gibt es keine Werkstätten und schon gar nicht Methoden im eigenen Labor, welche der Suche nach einer Ersatzscheibe das Wasser reichen können.

Es ist wie in jedem Forum mal wieder ein Versuch, defekte Skalenscheiben zu reanimieren - es wird aber nicht funktionieren, leider...

Gruß, Dieter
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