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HAGENUK K.V.G. [Beitrag #661] Mo, 01 Oktober 2012 22:01 Zum nächsten Beitrag gehen
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Wer kann mir weiter helfen?
Habe einen Verstärker zur Überprüfung auf den Tisch bekommen.
Habe erst geglaubt, ein Bastlergerät vor mir zu haben. aber der konstruktive Aufbau ist so professionell, daß ich Bastlergerät ausschließen möchte.
Das Chassisblech ist tiefgezogen und punktgeschweißt.
Die Bezeichnung ist:

HAGENUK KIEL,
TYPE K.V.G. 8 Watt
F. Nr. 025
Bj? 47

Das Gerät funktioniert. Es ist sehr spartanisch ausgestattet.
Netzschalter, dreistufiger Drehschalter zur Quellenumschaltung, Lautstärkeregler, Klangblende (mittels "Quetscher") und Schalter für "Normal" und "Kontrast".
Quellenanschluß bezeichnet mit: "M", "R", "GR"
Ausgang für 200 Ohm, 12 Ohm und 6 Ohm.
Alle Bedienelemente und Anschlüsse auf der Vorderfront, Rückseitig der Netzanschluß und Netzsicherung.

Der Aufbau ist sehr kompakt und robust auf Eisenblech, schwarz lackiert. Die Vorderfront und das Chassis sind eine Einheit und wird in das Gehäuse eingeschoben und von unten festgeschraubt. Die Bauteile (Kondensatoren) sind ausnahmslos "Tropenfest".

Der gesamte Aufbau wohl nicht für Einsatz in Wohnumgebung sondern eher als Pultgerät in einer kommerziellen Umgebung gedacht. (Deshalb hier in dieser Rubrik)

Was für mich auch ungewöhnlich scheint (neben der niedrigen SN) - ist die Bestückung.

Als Gleichrichterröhre fungiert eine "EZ12", die Vorstufe ist "AF7" und die Endstufe eine "AL5".
(Ich hätte eher die Kombination erwartet: AZ12, EF12, EL12 oder alles E-Röhren oder alles A-Röhren).

Kennt jemand das Teil bzw. dessen vorgesehenen Einsatzzweck?

Ich habe diverse Literatur u. andere mir zugängliche Informationsquellen durchforstet, aber keinen Hinweis gefunden.

Das Teil bringt wirklich eine satte Sprechleistung und bei der Klirrfaktormessung liegt derselbe bei 1 kHz unter 5%.
Frequenzberich linear von 25 Hz bis 22 kHz, danach recht abrupt absinkend.

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Gruß
RVM-AP
Aw: HAGENUK K.V.G. [Beitrag #662 ist eine Antwort auf Beitrag #661] Mo, 01 Oktober 2012 22:40 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
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Hallo Andreas,
wenn das Baujahr um 1947 herum liegt, braucht man sich über Röhrenbestückungen nicht zu wundern - da musste genommen werden, was verfügbar war.
"M", "R", "GR" könnte stehen für Mikrophon, Radio, Grammophon.
Lt. Foto ist die F. Nr. zwar nicht 025, sondern 045 - aber trotzdem niedrig. Ebenfalls normal zu jener Zeit.
Sind Lade- und Sieb-Elyt noch gut ? Wäre beachtlich.
Was tut die Glühlampe in der Schaltung ?
Bei welcher Ausgangsleistung wurde der Klirrfaktor gemessen ? Der Kf ist stark von P abhängig !
Ebenso der Übertragungsbereich - stehen zw. 25Hz und 22kHz die vollen 8W am Ausgang zur Verfügung ? Vmtl. nicht...
Es grüßt
Burkhard

Aw: HAGENUK K.V.G. [Beitrag #666 ist eine Antwort auf Beitrag #662] Di, 02 Oktober 2012 07:31 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
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Klirrfaktor bei 1V eff an 6 Ohm (ohmsche Last, kein Lautsprecher)
Übertragungsbereich mit fast Vollaussteuerung (6 V eff an 6 Ohm (ohmsche Last)) - während des Durchstimmens von ca. 30 Hz bis 15 kHz keine Veränderung der Amplitude (Klangblende voll aufgedreht). Allmählich absinkend ab 30 Hz nach unten und 15 kHz nach oben, wobei bei 25 Hz bzw. 22 kHz immer noch ca. 5 V eff gemessen werden. Danach recht schneller Spannungsabfall - nach unten vermutlich weg. des AÜ (EI74), nach oben Bauteilbedingt.
Die Elkos sind auch "tropenfest". Beide Elkos mit je 2x 8µ, 550V. Kapazität voll da, Spannungsfestigkeit nicht geprüft - kein messbarer Leckstrom bei Ub 273V (bzw. 330V am Ladeelko). Die zwei Kapazitäten jedes Bechers sind parallel geschaltet - direkt vor und nach der Siebdrossel.
Die Lampe (18V 0,125A) liegt in der Anodenleitung nach der Siebdrossel. (Entweder als Kaltleiter oder Sicherung gedacht?)
Der "Quetscher" liegt an G1 der AL gegen Masse, hat 50 pF.

Was mich wundert, ist die Verwendung tropenfester Bauteile, hochwertiger Widerstände (z. T. Rosenthal) und im Kontrast dazu die simple Klangregelung bzw. Bereichsschalter aus Pertinax wie auch die Anschlußklemmen (Pertinaxträger und Messingbuchsen eingenietet). Das Lautstärkepotentiometer (3M, log.) ist auch keine geschlossene Version - wie damals eigentlich üblich, sondern Aludruckguss und Rückseite Pertinax.


Gruß
RVM-AP

[Aktualisiert am: Di, 02 Oktober 2012 14:12]

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Aw: HAGENUK K.V.G. [Beitrag #669 ist eine Antwort auf Beitrag #666] Fr, 05 Oktober 2012 14:46 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
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Hallo Andreas,
bei 1V an 6 Ohm ergibt sich 1/6W; also ggü. 8W war der Verstärker praktisch ohne Aussteuerung. Bei Vollaussteuerung wird sich möglicherweise ein drastisch schlechterer Wert ergeben.
Die Leistungsbandbreite hingegen ist für die Zeit gar nicht schlecht, aber der Atr ist für die Leistung ja auch nicht klein und berücksichtigt werden muss dabei auch, dass er wg. der Gegentaktschaltung nur sehr wenig Gleichstromvormagnetisierung ausgesetzt ist.

Die Glühlampe an der Position der Schaltung mag vielleicht ein anderer Schreiber dieses Forums erklären ?
Weder Sicherung, noch Kaltleiter gibt für mich an der Position hinreichenden Sinn - Sicherung prinzipiell schon, nur bei fast 300VDC ist so eine kleine Glühlampe kaum als Sicherung zu gebrauchen, allzu leicht kann darin ein Lichtbogen stehen bleiben, der Abstand der Zuführungsdrähte ist schließlich sehr klein.

Hochwertige Bauelemente - warum nicht ? Wenn da grad ein Stapel Funkgeräteschrott aus Kriegstagen herumstand oder noch Einzelteile aus damaliger Fertigung übrig waren, dann hat man die natürlich auch eingebaut ! Ich habe mal ein Blaupunkt- Radio gesehen, ein Superhet aus vielleicht 1946 oder 1947, darin waren auch solche Cs verbaut - neben gigantischen MPs statt Elkos für die Anodenspannung und einer höchst merkwürdigen Mischung bei der Röhrenbestückung, ECH11, RV12P2000, ABC1 und dergl. brav in einem Gerät vereint - das war wohl gerade verfügbar...
Die primitiv gemachten Teile hingegen waren vermutlich nicht verfügbar, das war dann aus aktueller Fertigung des Herstellungsjahres des Gerätes.

Es grüßt
Burkhard
Aw: HAGENUK K.V.G. [Beitrag #673 ist eine Antwort auf Beitrag #669] Fr, 05 Oktober 2012 20:16 Zum vorherigen Beitrag gehenZum nächsten Beitrag gehen
RVM-AP ist gerade offline  RVM-AP
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Ok, die Infos von Dir leuchten mir ein.
Aber da ist nix mit Gegentaktschaltung, ganz normaler Eintakt-A-Betrieb und die Bauelemente um die AL ebenso wie die Spannungen verblüffend nah an den Röhrendaten so wie sie im Buch stehen. Es ist, wie oben schon geschrieben, ein Teil, wo alles weggelassen wurde was man nicht unbedingt braucht - aber alles Notwendige ist - ich will mal sagen - auf Langlebigkeit und Zuverlässigkeit ausgelegt.
Was ich halt gern wissen möchte, ist, ob jemand mir weiterhelfen kann bei der Bestimmung des Einsatzzweckes. Ansonsten würde ich das Teil noch mal näher untersuchen und als bisher nicht dokumentiertes Gerät einstufen.
(Was ich mir vorstellen kann, ist ein gedachter Einsatz z.Bsp. für Durchsagen an z.Bsp. Schulen oder anderen Einrichtungen - weil der 200 Ohm Ausgang vermutlich ähnlich wie bei ELA gedacht war.)


Gruß
RVM-AP
Aw: HAGENUK K.V.G. [Beitrag #674 ist eine Antwort auf Beitrag #673] Fr, 05 Oktober 2012 21:38 Zum vorherigen Beitrag gehen
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Hmm... ja, lässt sich nicht leugnen, irgendwie ist da tatsächlich nur eine Endrö drin... da hatte ich nur flüchtig hingesehen...
Aber trotzdem ist der Atr schön groß für 8W ! Trotz Vormagnetisierung, der dieser Atr dann also doch ausgesetzt ist. Und gute Trafos bauen, das konnte man prinzipiell auch schon damals; worauf es ankommt, das war in jedem Fall bekannt. Ob entsprechend hochwertige Bleche vorhanden waren und der genau benötigte Cu-Lackdraht, das dürfte in jenen Jahren das Problem gewesen sein.
Hochohmige Ausgänge hat eigentlich jeder Rö.-Verstärker - eben wegen der großen Verluste (oder der Notwendigkeit großer Querschnitte) bei Ansteuerung niederohmiger Lautsprecher über größere Leitungslängen. Da bedeutet ein zweiter Trafo direkt am LS einen kleineren Verlust, außerdem sind diese Trafos keiner Gleichstromvormagnetisierung ausgesetzt, brauchen also keinen Luftspalt und können somit mit wenig Aufwand gute Eigenschaften haben.
Lediglich die HiFi-Verstärker für den Heimgebrauch haben mangels Notwendigkeit keinen hochohmigen Ausgang, so groß ist einfach kein Wohnzimmer...
8W in 200 Ohm ergibt 40V bei Vollaussteuerung - das gab es bestimmt, bei manchen Philips-Verstärkern ist gar nicht die Impedanz angegeben, mit der der Ausgang idealerweise belastet wird, sondern die Spannung am Ausgang bei Vollaussteuerung. Da gibt es Verstärker, die umschaltbar sind in der Art "10V-25V-50V-...", wobei dann an den Trafos direkt an den Lautsprechern eine weitere Umschaltmöglichkeit für die Leistung vorhanden ist - die Leistung des Verstärkers ist bekannt und die Summe der Leistungen, die an den Trafos bei den Lautsprechern eingestellt wird, muss der Ausgangsleistung des Verstärkers entsprechen, damit ist dann die Lautsprecheranlage ideal an den Verstärker angepasst. Das ist für jedermann einfach zu verstehen und ganz einfach zu rechnen, viel einfacher, als die resultierenden Impedanz einer Lautsprecheranlage zu errechnen, vor allem dann, wenn die Lautsprecher auch noch mit verschiedenen Leistungen beaufschlagt werden, was beim Philips-System weiterhin ganz einfach zu rechnen ist. Bedingung ist natürlich, dass die Lautsprecherimpedanz übereinstimmt mit derjenigen, die an der Sek.-Seite des LS-seitigen Trafos angeschlossen werden soll, sonst stimmt gar nichts mehr.
Es grüßt
Burkhard
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