Radio Industrie München hat eine lange Geschichte...

...sie beginnt im Jahr 1925. Florian Eibensteiner berichtet:
Wie kommt ein Österreicher zu RIM?
Ich bin Jahrgang 1955, mein Vater führte in einer oberösterreichischen Grenzstadt ein Radio-Fernsehgeschäft. Er betreute auch Radio- und in späterer Zeit - Fernsehkunden im benachbarten Bayern.
Doch die Ersatzteilbeschaffung in Österreich war schwierig. Daher gab es in der Werkstatt Kataloge der Firmen WERCO (Werner Conrad, Hirschau), Bürklin, Arlt, die Bestellkarten von Henninger und natürlich das RIM-Jahrbuch.
Durch mein Technik-Studium in Wien verlor ich RIM aus den Augen. Und als ich 1992 das Internet nach RIM durchsuchte, wurde ich auf die Homepage von CONRAD umgeleitet.
Was war da passiert? Aus den RIM-Katalogen wusste ich die Namen der handelnden Personen. Und ich dachte mir, dass ein Anruf beim Laborleiter - Herrn Mannhardt - Aufklärung bringen könnte.
Jedoch ist der Name “Mannhardt” in München nicht selten. Also rief ich einen nach dem anderen an und stellte jeden die Frage: „Sind Sie der Mannhardt vom RIM?“
Herr Mannhardt erzählte mir, dass RIM electronic ab 1985 Probleme hatte und daher mit Ende 1989 in Konkurs ging. Die Konkursmasse wurde von CONRAD aufgekauft und über die Verwertungsfirma RIMPektronik verschleudert.
Damit begann meine Spurensuche. Sie führte mich über das Deutsche Museum München, das Stadtarchiv München, das Wirtschaftsarchiv München und den Kontakt zu ehemaligen Verkäufern, Azubis und Labormitarbeitern zu den in der Folge geschilderten Ergebnissen.
Und auch ebay leistete einen Beitrag: ich konnte Geräte, Baumappen, Unterlagen, Briefe, Rechnungen, Bestellungen usw. ersteigern, die als Mosaiksteinchen das Bild abrundeten.
Der Beginn
Zwei Starnberger Techniker - die Namen sind mir leider (noch) nicht bekannt - gründeten am 2. Juni 1922 die Firma Ezetka GmbH. Im Adressbuch der Stadt München aus den Jahr 1923 taucht unter dem Buchstaben „E” als letzter Eintrag die Firma „Ezetka GmbH, Fabrikation und Vertrieb von Erfindungen“ in der Löwengrube 8 auf. Was hier vertrieben wurde, ist bis auf einen „Ezetka-Schalter” unbekannt, darauf referenziert die Niederschrift des Wirtschaftsarchives München vom 5. Februar 1929 und ein Artikel in der Funkschau Heft 5/1982, Seite 20. Die Löwengrube 8 war das sogenannte „Contorhaus Central”. Also eine Art Bürogemeinschaft, die Firma Ezetka befand sich im 2.Stock.
Im Adressbuch der Stadt München aus dem Jahr 1925 ist Ezetka nicht mehr vertreten. Man findet jedoch unter dem Buchstaben „R“ den Eintrag „Radio-Industrie GmbH“ mit dem Standort Arnulfstraße 16., die Umbenennung erfolgte am 21. Juni 1924.
Die Radiola-Industrie gab auch bereits Radio-Kataloge heraus. Es handelte sich jedoch nicht um Preislisten für Fertiggeräte, sondern um Baupläne zum Selbstbau von Radioempfängern und Preislisten für die dazu benötigten Teile.
Im Adressbuch 1926 ist auch die „Radiola-Industrie“ nicht mehr angeführt. Am Standort Arnulfstraße 16 erscheint jetzt eine „Radio-Industrie München“, alleiniger Geschäftsführer ist Eugen Letzgus.
(Siehe dazu die Titelseite des Versandkataloges 1925 in der Datenbank unter „Kataloge“.)
1927 wird eine Filiale im Tal 54, im Gasthof Sterneckerbräu eröffnet.
Im November 1928 übersiedelt die Radio-Industrie in das Gebäude der Bayerischen Vereinsbank in die Bayerstraße 25. Hier ist nun die Zentrale, Arnulfstraße 16 und Tal 54 werden Filialen.
Die Filiale Tal 54 existiert bis 1939. Die Einrichtung eines Büros der NSDAP führte wohl zur Auflassung dieser Adresse.
Die Adresse Tal 54 wurde nach dem Wiederaufbau nach den Zerstörungen im 2. Weltkrieg mit der Hausnummer 38 versehen.
Die Expansion geht weiter. 1931 eröffnet die Radio-Industrie eine Zweigniederlassung in Augsburg, Karolinenstraße D 47. Dies wurde seitens der dort ansässigen Radiogeschäfte nicht gerne gesehen.
Am 14. Mai 1936 wurde die Firmenbezeichnung in Radio-RIM geändert, als Geschäftsführer fungierte Herr Ludwig Bind.
Das Gebäude wurde bei dem schweren Luftangriff auf Augsburg vom 25./26. Februar 1944 vollkommen zerstört, der Betrieb offiziell zum 12.08.1948 abgemeldet. Hinweise darauf, dass der Geschäftsbetrieb im Zeitraum von 1944/48 wieder aufgenommen wurde, sind nicht vorhanden.
Grund für die Änderung des Firmennamen war - wie in München - die Befürchtung der ortsansässigen Radiogeschäften um eine Konkurrenzsituation. Es begann ein regelrechter “Handelskrieg” gegen die Radio-Industrie wegen des Firmenwortlautes „Radio-Industrie“. Man unterstellte Kundentäuschung - die Kunden könnten bei dieser Firmierung besonders günstige Preise - sozusagen „Fabrikspreise“ erwarten, obwohl die Radio-Industrie gar keinen Fabrikscharakter habe.
Dazu existiert im Wirtschaftsmuseum München ein reger Briefwechsel mit der Handelskammer Augsburg. Eugen Letzgus wurde mehrere Male in die Wirtschaftskammer zitiert, um seine Sicht der Dinge darzulegen.
In den Protokollen der Befragungen ist akribisch die Anzahl der Mitarbeiter und der Jahresumsatz aufgelistet. Ebenso die verwendet Maschinen, die hergestellten Produkte, die Größen und Standorte der Werkstätten sowie die Namen und Adressen der Sublieferanten.
Nach jahrelanger Diskussion um die Firmierung und nach wiederholten Bitten seitens Herrn Letzgus um Aufschub - da er eine Verunsicherung bei den Kunden befürchtete - wurde am 28. Mai 1937 notariell der Firmenname in „Radio-RIM“ geändert.
Bayerstraße 25
Die Adresse Bayerstraße 25 taucht im Zusammenhang mit RIM erstmals im November 1928 auf. Wer die Bastel-Jahrbücher 1952 und 1953 kennt, denkt sofort an das ebenerdige Gebäude, links Bank, rechts RIM.

Radio-RIM 1950 (eigene Sammlung)

Radio-RIM 1953 (eigene Sammlung)
Nun gibt es aber eine Zeitungsanzeige mit dem Titel „25 Jahre Radio-RIM“ die besagt, dass Radio-RIM im Krieg schwere Bombenschäden erlitt. Wie nun?
Radio-RIM besiedelte im November 1928 Räumlichkeiten im Parterre des vierstöckigen Hauses Bayerstraße 25. Dieses Haus wurde durch einen Bombenangriff Ende 1944 (laut Archiv der Hypo-Vereinsbank) bzw. beim Angriff am 7. und 8. Jänner 1945 (eigene Recherche) zerstört.

Ansichtskarte Katsch-Haus ca. 1915 (eigene Sammlung)

zerstört Anfang 1945 (© timeline)
Radio-RIM musste in ein Ausweichquartier. Die Verwaltung bezog Räume in der Äußeren Prinzregentenstraße 7/III, Verkaufslokale entstanden in der Inneren Wiener Straße 40 und in der Dachauer Straße 23 , was ein Glasdia 8*8cm und ein Plakat - beides im Stadtarchiv München zu finden - belegt.

Glasdia 6x6cm für Kinowerbung und Plakat (1946) (© Stadtarchiv München)
Durch die Bombardierung dürfte der Warenbestand sowohl in der Bayerstrasse 25 als auch im Aussenlager in Edling zum Großteil vernichtet worden sein. Im Gegensatz zum Mitbewerb bietet Radio RIM in einem Inserat in der Funkschau Juni 1946 „noch sehr vieles für Funkfreunde“.

(© Funkschau)
Ende 1948 konnten sowohl die Bank als Eigentümer als auch Radio-RIM im bekannten ebenerdigen Gebäude wieder eröffnen.
Im Jahr 1956 beschloss die Bayerische Vereinsbank, das ebenerdige Gebäude abzureißen und durch ein modernes, sechsstöckiges Gebäue zu ersetzen. Radio-RIM besiedelte nun anstatt der Gebäude entlang der Schillerstraße einen Teil des Erdgeschoßes (Elektro-Großhandel und Schallplattenabteilung), den gesamten ersten Stock (HiFi-Abteilung) sowie den fünften (Kantine) und sechsten Stock (Labor).
Die Dachterrasse wurde gemeinsam mit der Bank genutzt.
Das Erdgeschoß zur Bayerstraße war als Passage gestaltet, eine für Konsumenten völlig neue Art der Präsentation von Geräten.

Zeichnung aus Prospekt “Wiedereröffnung” und Zeichnung aus Jahrbuch 1958 (beides: eigene Sammlung)

Die Passage - Bild aus dem Prospekt 1958 (eigene Sammlung)

Werbung im Jahrbuch 1953 (eigene Sammlung)
Am 6. März 1952 hatte Radio-RIM die Großhandels-Firma RIM Elektro-Ton gegründet, die später in RIM electronic GmbH umbenannt und laut des Registerblattes der IHKM vom 5. Jänner 1973 ab diesem Datum als Schwesterfirma geführt wurde (in der Werbeanzeige oben, Eingang Schillerstrasse 49).
Am 1. Jänner 1957 eröffnet in der Theatinerstraße 17 eine Filiale für Schallplatten, in den Räumen der ehemaligen Fa. Enthofer.
1960 wird eine Filiale in Stuttgart eröffnet (Stuttgart Süd / Marktstraße 11 / Ecke Eberhardstraße (Tel. 242166).
1961 laut Firmenauskunft vom 14. Jänner 1961 Prielmayerstraße 1.
1970 Schallplatte am Stachus in Kooperation mit der Grammophon Gesellschaft.
1972 laut Firmenauskunft der Landesauftragsstelle Bayern vom April 1972 eine Großwerkstätte der Firma Radio RIM GmbH in der Hermann-Linggstraße 2.
1973 laut Firmenauskunft vom 5. Jänner 1973 sind als Standorte ein Laden in der Feilitzschstrasse 7 (im Barbarella-Village) in Schwabing und die Werkstätte Hermann-Lingg-Strasse 2 angeführt.
Im Jahr 1977 reduzierte RIM seine Ausstellungs- und Verkaufsflächen in der Bayerstraße 25 und erweiterte durch Anmieten von 1024 m² im Nachbarhaus Bayerstraße 27 oberhalb des Löwenbräu-Gasthofs “Rheinhof”. Die im RIM-Jahrbuch 1977 abgedruckten Inserate sprechen einmal von 700m² (tz/23.6.76), ein anderes Mal korrespondierend mit dem Lageplan von 1024m² (az/23.6.67).
Das Labor verblieb im Gebäude der Bayerischen Vereinsbank.

Cafe “Stadt Wien” bzw. “Hotel Esplanade” (© Wikipedia)

Lageplan der Abteilungen (RIM electronic 1977)
In den Jahren 1986/1987 war ein Wechsel im Management erfolgt, der mit einer internen Umstrukturierung und einer großzügigen Lohnerhöhung für die Geschäftsleitung einherging. Gleichzeitig wurden viel Geld in die Entwicklung von Bausätzen gesteckt, deren Bestandteile in Kleinserien überteuert gefertigt wurden, jedoch einen äusserst mäßigem Verkaufserfolg hatten.
Die Bayerische Vereinsbank wollte im Jahr 1987/88 das Gebäude verkaufen und bot es Herrn Letzgus um 1.000.00 DM an. Dieser erhielt jedoch seitens der Vereinsbank nicht die geforderte Bankgarantie und RIM musste Ende 1988 in die Adolf-Kolping-Straße 10 übersiedeln. Auch die altbekannte Telefonnummer änderte sich von 557221 in die 551702.

Dieser Standort zeigte sich als wenig attraktiv - weil abseits und schwer zu finden. Zudem machten die steigenden Importe von Billiggeräten aus Fernost zunehmend Konkurrenz.
1990 wurde der Ladenverkauf und die Entwicklung eingestellt, RIM versuchte als Versandhandel in der Adolf-Kolping-Strasse weiter zu existieren, die Verwaltung übersiedelte in die Herrmann-Lingg-Strasse 13.
Diese Umstände und die bereits seit 1985 bestehenden finanziellen Probleme führten dazu, dass RIM electronic mit Ende 1990 in Konkurs ging. Die Konkursmasse wurde von CONRAD aufgekauft und über eine Verwertungsfirma namens RIMPektronik verschleudert.
Eine von mir im Jahr 2010 an CONRAD gerichtete Anfrage ergab, dass sämtliche Pläne, Layouts, Druckvorlagen usw. vernichtet wurden.
Die Geschäftsführung
Über die beiden Starnberger Techniker, die die EZK GmbH gründeten, ist ja leider nichts bekannt. Auch über die Geschäftsleitung der Firma Radiola kann ich nur Vermutungen anstellen.
Im Adressbuch der Stadt München aus dem Jahr 1922 ist eine Firma Schmitz&Co. eingetragen, deren persönlich haftbarer Gesellschafter Eugen Letzgus ist. In den Adressbüchern 1923 und 1924 ist Eugen Letzgus ebenfalls als Gesellschafter vermerkt. Die Firma Schmitz&Co. beschäftigt sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Erfindungen - so wie 1922 die Firma Ezetka. Ist also Herr Schmitz einer der beiden Starnberger?
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| Adressbuch 1923 und 1924 (© Stadtarchiv München) |
Adressbuch 1922 (© Stadtarchiv München) |
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| Adressbuch 1925 und 1926 (© Stadtarchiv München) |
| Adressbuch1933 bis 1953 (© Stadtarchiv München) |
Adressbuch 1961 (© Stadtarchiv München) |
Aus den mir vorliegenden Unterlagen geht jedoch hervor, dass mit 4. März 1925 Herr Eugen Letzgus alleiniger Geschäftsführer der Firma Radio-Industrie wurde. Da die Firma Radiola aber erst im Herbst 1925 in Radio-Industrie München umfirmiert wurde, ist davon auszugehen, dass Herr Letzgus bereits bei Radiola die Geschäftsführung innehatte.
Die Unterlagen des Wirtschaftsarchivs München (Firmenauskunft der Firma Radio-RIM vom 28. Juli 1937) belegen, dass Herr Letzgus ein Stammkapital von Mk 15.000,-- in die Firma eingebracht hat, sein Frau Tilly Letzgus Mk 5.000,--.
Im Schreiben der Wirtschaftskammer München vom 27. April 1937 an die Wirtschaftskammer Augsburg wird ein Herr Björsen (richtig Björnson) als gleichzeitigen Geschäftsführer genannt.
Leider ist über Herrn Björnson nur bekannt, dass er Mitglied einer Schriftstellerdynastie war. Welcher Björnson hier gemeint ist, lässt sich nur aus dem im Schreiben erwähnten - hohen - Alter ermitteln.
Der Schriftsteller Björnstjer Björnson hatte 3 Söhne: Björn Björnson (geboren 15. Nov. 1859, also 78 im Jahr 1937), Erling Björnson (geboren 19. April 1868, also 71 im Jahr 1937) oder Einar Björnsen (geboren 1864, also 73 im Jahr 1937). Es kann daher nur der Jüngste, Erling Björnson gemeint sein.
Im Schreiben der Wirtschaftskammer München an die Deutsche Zentralstelle zur Bekämpfung von Schwindelfirmen, datiert 23. Juni 1950 wird ein Herr Dipl. Ing. Dr. Görner als Leiter der Firma RIM genannt.
Dr. Görner war 1937 bis 1943 wissenschaftlicher Assistent im messtechnischen Labor für Elektrotechnik an der Technischen Universität München und schrieb am 4. November 1941 eine Dissertation zum Dr.-Ing. mit dem Thema „Die Bemessung elektrischer Hörverstärkergeräte“. Einige Radioempfänger-Schaltpläne der ersten „Pilot“-Serie (1950 bis 1952) tragen den Schriftzug Görner oder sein Kurzzeichen „G“.
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1958 kommt der Diplom-Volkswirt Siegfried Wirsum zu RIM. Zunächst als Einkäufer, doch durch den Kontakt mit Lieferanten und Herstellern wie Siemens, Valvo, Telefunken, etc. macht er sein Hobby zum Beruf. Er wird aufgrund seiner Kompetenz und seiner guten Verbindungen zur Industrie zum Laborleiter ernannt und zeichnet bis 1988 für die Jahrbücher verantwortlich.
Im Firmenkarteiblatt vom 31. Dezember 1960 sind als Geschäftsführer Eugen und Tilly Letzgus angeführt. Im Firmenkarteiblatt vom 5. Jänner 1973 sind zusätzlich zum Ehepaar Letzgus die Herren Müller und Wirsum als Geschäftsführer und Tilly Letzgus, Müller und Wirsum als Gesellschafter angegeben.
Im RIMelectronic-Katalog 1989 wird Herr Gottfired Döbel als Geschäftsführer genannt, im Katalog 1987 ist er noch Prokurist und Elektronik-Verkaufsleiter.
Der bereits erwähnte Wechsel im Management ist mit dem Namen Bühler verbunden. Herr Bühler war laut meinen Informationen ein Bekannter der Familie Letzgus und wurde aufgrund des Naheverhältnisses in die Geschäftsleitung berufen.
In einer in meinem Besitz befindlichen Baumappe für einen Organist TR - leider ist keine Datumsangabe vorhanden - ist detailliert die Auflösung der Firma RIM electronic dokumentiert:
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Dokument der Auflösung (eigene Unterlagen)
Kooperationen
Eugen Letzgus war von Beruf Bankkaufmann. Er sah die die Zukunftschancen der Radioindustrie, erkannte aber, dass zur Verwirklichung seiner Pläne technisch ausgebildete Personen nötig waren. Daher kamen ortsansässige Techniker und die Studenten oder Professoren der TU München in Frage.
Im Protokoll der IHKM vom 5. Februar 1929 sind aufgezählt: 1 Geschäftsführer, 43 technische und kaufmännische Angestellte, 12 Vertreter. Leider sind alle bis auf den Geschäftsführer Eugen Letzgus namentlich nicht bekannt. In den weiteren Unterlagen des IKHM und in den technischen Unterlagen finden sich jedoch einige Namen.
Franz Wiedemann
Letzgus an Wirtschaftskammer München, 02.12.1939: Franz Wiedemann wird als Vorsitzender bezeichnet. In einem Schreiben an die IKHM vom 2. November 1939 und 7. Dezember 1939 tritt Wiedemann in zwei Streitfällen als Sachverständiger auf. Herr Wiedemann war einer der beiden Besitzer der Firma Böhm & Wiedemann bzw. Carl Wiedemann, Elektrotechnische Fabrik und Großhandlung, Landwehrstraße 37. Die Firma Wiedemann existiert noch heute.
Dr.-Ing. Bergtold
Im Jahrbuch 1952 stammt das Geleit von Dr. F. Bergtold. Dr.-Ing. Fritz Bergtold war Laborleiter bei Telefunken und schrieb auch Artikel in Fachzeitschriften (siehe Funkschau Erstes Aprilheft 1929, Seite 111/112, Erstes Juniheft 1929, Seite 165, Funkschau 1931, Nr. 13 , Seite 102 bis 104, alle bei www.radiomuseum.org).
Seine Bücher werden auch in den RIM Bastel-Bastelbüchern angeboten, z.B. die diverse Bücher im Bastelbuch 1938 auf den Seiten 155 und 156, im Bastelbuch 1962, Seite 140, zwei Bücher über Rundfunktechnik, im Bastelbuch 1964, auf Seite 173, das Buch „Moderne Schallplattentechnik“ und im Jahrbuch 1984 die beiden TOPP-Bücher „Schaltungen mit Operationsverstärkern 1 und 2“. Er war auch Inhaber zahlreicher Patente im Bereich Funkpeilung.
R. Exel
R. Exel zeichnet für die Entwicklung von Radioempfängern in den Jahren 1926 bis 1939 verantwortlich. Markenzeichen ist der Punkt auf der Ziffer „1“. Beispiele: Allstromsuper, Allstromzweier (beide 1936), Exel II (1937). Herr Exel bezeichnet sich laut Telefonbuch München 1938 als Konstrukteur.
A. Durst
A. Durst entwickelte ebenfalls Empfängerschaltungen. Beispiel: Konsul 43WG, Kommodore WG, Spardreier.
Dr. Walter Görner
Dr. Görner war 1937 bis 1943 wissenschaftlicher Assistent im messtechnischen Labor für Elektrotechnik an der Technischen Universität München und schrieb am 4. November 1941 die Dissertation zum Dr.-Ing. mit dem Thema „Die Bemessung elektrischer Hörverstärkergeräte“. Im Schreiben 23. Juni 1950 der IHKM an die Zentralstelle zur Schwindelbekämpfung wird Dr.-Ing. Görner als Leiter der Firma bezeichnet. Auch tragen einige Radioempfänger-Schaltpläne der ersten „Pilot“-Serie (1950 bis 1952) den Schriftzug Görner oder sein Kurzzeichen „G“.
Während des zweiten Weltkrieges war Dr. Görner im Bereich Luftfahrt mit Hochgeschwindigkeitsaufnahmen beschäftigt.
Heinz Richter
Zwischen dem Sachbuchautor Heinz Richter und Siegfried Wirsum bestand eine Freundschaft. Daher flossen Informationen der RIM-Entwicklungen in die Bücher von Richter ein und wurden dort mit dem Vermerk „Konstruktion Radio RIM“ markiert. Zu finden u.a. in „Neues Bastelbuch für Radio und Elektronik“. In diesem Buch sind insgesamt 21 Bilder mit Abbildungen von RIM-Geräten zu finden. Jedoch wird niemals der Name Wirsum erwähnt. Dies entspricht wahrscheinlich der RIM-Philosophie, die ja in den Baumappen immer nur vom „Bastelonkel“ spricht bzw. die Schaltpläne im „Labor“ entstehen lässt. Jedoch ist im Herstellerverzeichnis auf Seite 213 die Firma Radio-RIM derart hervorgehoben, dass man fast von versteckter Werbung sprechen könnte.
Ing. Leo Buchmann und Dr.-Ing. Hermann Macha
Ing. Buchmann betrieb eine Spezialradioreparatur-Werkstätte in München, Isabellastrasse 5 (Adressbuch 1947). Dr.-Ing Macha dissertierte an der TU München am 12. 06.[nbssp]1947 über das Thema „Über einen neuen Phasenmesser“.
Macha wurde 1972 als Oberkonservator der Fakultät Steuerungs- und Regelungstechnik der TU München pensioniert.
Beide entwickelten gemeinsam das RIM Magnetophon (1949?), das aus Markenschutzgründen (Telefunken) in Bandtongerät umbenannt werden musste.
Die Produkte
Die Firma Ezetka GmbH scheint nur den ominösen “Ezetka-Schalter” vertrieben haben, über weitere Produnkte ist nichts bekannt..
Die Firmen Radiola-Industrie und Radio-Industrie erzeugten vor Allem Zusatzteile für Radio-Apparate wie Entstörkreise, verbesserte Wellenschalter und Erdungsschalter. Später kamen Baupläne für Radioapparate dazu, die sich in der Folge zu regelrechten Schritt für Schritt-Bauanleitungen entwickelten. Die Nachfrage nach Gesamtbausätzen - also nicht nur die elektrischen Bauteile und Röhren, sondern auch Gehäuse, Chassis und Transformatoren - führte zur Beschäftigung von Subunternehmen.
Im Protokoll der Befragung von Eugen Letzgus am 5. Februar 1929 zur Namensgebung “Radio-Industrie” sind folgende Firmen angeführt:
- Schubert & List, Färbergraben 33: Lautsprecher-Holzgehäuse
- Schreinerei Widmann, äussere Wienerstrasse: dito
- Karl Hermann, Bayerstr, 77a/3: Panzerkassetten und feinmechanische Arbeiten
- Heim-Musik Oskar Hauser, Paul-Heysestr. 7: Gehäuse für Grammophonapparate
In den Bastel-Jahrbüchern 1936 bis 1939 werden dementsprechend Komplettbausätze für Gleich- und Wechselstromversorgung angeboten.
Das erste nach dem Krieg im Jahr 1949 erschienene dünne Heft nennt sich „Katalog“. Es enthält ausschließlich Bauteile, keine Chassis, keine Gehäuse.
Das im Jahr 1950 erschienene Bastel-Jahrbuch bietet bereits wieder Radio-Chassis für den Selbstbau an. Auch eine Koffergerät und - als bahnbrechende Neuheit - ein Bandtongerät. Da der Antrieb durch einen Plattenspielermotor erfolgte, konnte als Besonderheit auf die Achse der Tonwelle eine Schallplatte aufgelegt werden - Plattenspieler und Tonbandgerät in einem. Der Name „Bandtongerät“ musste gewählt werden, da Telefunken die Bezeichnung „Magnetophon“ schützen ließ.
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1951 vergrößert sich das Angebot an Radiogeräten, es kommt ein UKW-Vorsatz dazu. Der erste “Leistungsverstärker” mit 15 Watt wird angeboten, mit 2 x EL 12 in der Endstufe.
1952 sieht sich Radio-RIM “Seit 1924 im Dienste des Radiohörers und Bastlers” und bietet bereits drei Varianten an Bandtongeräten - Melodie I bis III.
1953 kann der Bastler nicht nur Radio-Bausätze für Lang- und Mittelwelle, sondern auch schon zwei UKW-Radio-Bausätze erwerben. Neu ist die vergrößerte Anzahl an NF-Bausätzen und ein beginnenden Angebot an Mess- und Prüfgeräten. Für den mobilen Betrieb gibt es tragbare Kleinradios.
1954 bringt ein Fülle an Neuheiten: ein vergrößertes Angebot an „Leistungsverstärkern“ (unter anderem auch eine tragbare Kofferversion mit eingebautem Lautsprecher für die „Combo“), Geräte für Amateurfunker und - erstmals in Deutschland - einen Bausatz nach Ing. H. Richter zum Selbstbau eines Fernseh-Empfängers. Für die Bastel-Anfänger gibt es den Baukasten „Trabant“.
1955 es geht weiter mit den Neuheiten: Fernsteuersender, elektronische Orgel, die Amateurfunk-Geräte der Firma Geloso und das erste Mal “HiFi”.

1956 bietet Radio-Rim das verbesserte Tonbandgerät „Rimavox 55“, die ersten Prüfgeräte für die Radiowerkstatt und erstmals einen Bausatz mir den „neumodischen“ Transistoren. Die NF-Verstärkertechnik wird durch ein Modell in Modultechnik erweitert. auch ein Fernseh-Empfänger-Chassis F 12, bereits mit VHF-Kanalwähler, kann der versierte Bastler erwerben. Wobei sich das Basteln auf die Herstellung eines passenden Gehäuses beschränkt!
Im Bastel-Jahrbuch 1957 kommt man nicht aus dem Staunen heraus - so viele Neuheiten. Transistorgeräte, Transistorverstärker, Transistor-Tongenerator. Das erste drucktastenbedienbare Tonbandgerät. Röhrenverstärker in allen Leistungsklassen, ein vergrößertes Angebote an Mess- und Prüfgeräten. Der RIM-Großsuper „Kapitän“ und - wahrscheinlich eine Auswirkung der Atombombentests in Amerika - das Strahlungswarngerät “Radiaphon”.
1958 - es existiert eine Bastel-Jahrbuch 1958 sowie (in der 2. Auflage) das Bastel-Jahrbuch 1958/59 - stellt wiederum den RIM-Baukasten vor. In ähnlicher Weise ist die Serie der Trabant-Geräte (vom einfachen Detektor bis zum Audion mit NF-Endstufe bzw. als Tongenerator) und die Pilot-Serie (Pilot I bis IV AM und Pilot I UKW) aufgebaut. Die Messgeräte-Serie bekommt ein Einheitsgehäuse. Dadurch ist es möglich, richtiggehende Prüfwände zu erstellen.
1960 erscheint der wohlbekannte „Gigant“ mit 2 x EL 34, die ersten Stereo-Röhrenverstärker mit 2 x 4,5 Watt (ST 2) bzw. 2 x 1,6 Watt (Stereoverstärker I) Sprechleistung. Der „Super-Trabant“ als großer Bruder der Trabant-Serie ist ein tragbarer MW-Superhet mit Lautsprecher-Endstufe. Im Bereich Funkfernsteuerung geht Radio-RIM auf Hybridbauweise: nur die HF-Stufen sind noch mit Röhren bestückt, alles andere erledigen Transistoren.
Ab 1961 legt Radio-RIM große Hoffnungen in das Wort „HiFi“. High Fidelity bedeutet nicht nur weg vom Mittelwellen-Sound mit seinen Störungen, sondern auch, die Tonaufnahme im Studio möglichst naturgetreu ins Wohnzimmer zu bringen. Dazu waren nicht nur hochwertige UKW-Empfänger notwendig, sondern auch Verstärker mit möglichst linearem Frequenzverlauf und dementsprechende Lautsprecher. Dem nicht genug, es musste Stereo sein! Von 2 x 4,5 Watt (ST 2) bis zu 2 x 20 Watt (Imperator) bietet Radio-RIM als Bausatz an. Natürlich im Metallgehäuse. Das „Rimavox 2 G“ soll die Aufnahme der Musiksendungen ermöglichen, allerding nur in Mono. Für die Musiker gibt es das „Rimaphon“ bzw. „Rimechon“ (ein Nachhall-
und Echogerät) und einen Vibrator.Im Bereich HF eine Neuheit: der KW-Amateursender „Amatix“. Basierend auf einem Oszillatorbaustein der Firma Geloso, sollte er 100%ig Modulation bei hoher Frequenzkonstanz bieten. Für unterwegs: das RIM Funksprechgerät „Portable“. Ein kompakter Sendeempfänger im 10m-Band.
Das Jahrbuch 1962 bringt den Schieberegler. Ob „Kleinmischpult“ (passiv oder transistorisiert-aktiv), ob „Regiemaster“, schieben statt drehen ist angesagt.
HF-mäßig gibt es den „Pilot AM“ für alle Amateurbänder als Empfänger zum „Amatix“ und einen 2m-Empfänger (UKW II). Die Trabant-Serie erwähnt wieder den „Super-Trabant“, der mit japanischen Zukaufprodukten konkurrieren muss.
1963 kommt endlich der langersehnte Leistungsverstärker für die „Combo“ der “Organist”. 4 x EL 84, das macht „Dampf“.
1964 hat Radio-RIM von „40 Jahren Bastelerfahrung“, möchte dem Amateurfilmer zum Ton verhelfen (Magnetton I) und dem Konzertsaal mit dem „Herkules“ zu Leistung. Der „UKW IV“ (ein Nogoton-Produkt) und der „Maestro“ erhalten ein Holzgehäuse. Eigentlich ein Einschubgehäuse für das Blechkastl. Mit „Commander II“ und „Commander III“ werden reine Transistorverstärker gezeigt. Das „Mixer Kleinmischpult“ ist das Erste wirklich pultförmige Mischpult. Der zunehmenden Transistorisierung Rechnung tragend, gibt es schalt- oder regelbare Netzteile für Kleinspannungen.
1965 steigt die Anzahl der Transistor-Bausätze. Als Alternative zum röhrenbestückten „Universal-Mischverstärker“ mit 2 Mikrofon- und 2 Tonträgereingängen sowie Bass- und Höhenregelung gibt es den Universal-Mischverstärker in Transistortechnik „Pa5m“. Dieser kann nicht nur wahlweise mit Mikrofon-, Tonabnehmer- oder Tonträgereingang bestückt, sondern auch auf die Stereo-Version ausgebaut werden.
Die NF-Verstärker werden um den „Musikant“ mit 2 x EL34 und einen Kofferverstärker (basierend auf dem Tonmeister) erweitert. Dem „Rimechon“ folgt das „Rimechon III“. Bei den Mess- und Prüfgeräten gibt es erstmalig einen Transistortester und Oszillographen mit 3cm, 7cm und 13cm Bildröhre, von letzterem ist jedoch nur ein Frontplattenentwurf abgebildet. Für die hochqualitative Messung ein Kombinations-Röhrenvoltmeter mit Bereichsumschaltung per Drucktasten.
1966 wird aus dem „Rimechon III“ das „Rimechon 1000“, für den beginnenden Bastler stellt RIM die Kleinempfänger „RMR100“, „RKT100“ und den Superhet „RMT100“ vor. Für die fortgeschrittenen SWL (Short Wave Listener) gibt es den „Transamateur“, volltransistorisiert, mit Mittelwelle und drei Kurzwellenbereichen. Für die UKW-Empfangstechnik verwendet Radio-RIM aufgrund einer Kooperation mit GÖRLER deren Bausteine, also Tuner mit Drehko- oder Diodenabstimmung, ZF-Teile mit 455kHz bzw. 10,7 MHz, Stereodekoder, Stereoindikatoren und Rauschsperre. Die Serie der Empfänger mit Nogoton-Empfangsteil wird weiter vertrieben. Das „M5S“ ist das volltransistorisierte Stereo-Mischpult von Radio-RIM. In der Fernsteuertechnik ist der volltransistorisierte Dreikanalsender „BOSS T III“ und der dazu passende Pendel-Empfänger „Miniking 100“ erhältlich, für gehobene Ansprüche der Superhet-Empfänger „Super-Miniking“. Der Oszillograph „ROG13“ wird mit Fotos des Innenlebens vorgestellt. Er enthält insgesamt neben der Bildröhre insgesamt 30 Röhren (!).
1967 entwickelt die Radio-RIM mit der neuen Röhre EL503 den „RMV 1000“ und die mit 4 x EL503 bestückte Variante des „Musikant“ als „Musikant 100“, die Kleinempfänger-Serie wird um den RKT 100 S erweitert. Die Bilder der Leiterplatten für den ROG 13 zeigen anschaulich die Masse an Röhren.
Im Jahrbuch 1968 bekommt der „Bastelonkel“ plötzlich einen Namen: Siegfried Wirsum, Artikelbereich elektron. Bauelemente und Laborleitung. Der Trend zum Transistor ist unübersehbar, nur mehr wenige Baugruppen sind mit Röhren bestückt, im NF-Leistungsbereich um die 30 Watt macht die Transistorendstufe bereits den Röhren deutliche Konkurrenz. Die Baugruppe „OM 9“ bietet dem Funkamateur eine LW-MW-KW-Misch- und Oszillatorbaugruppe mit LW, 2 x MW und 6 x KW und überstreicht damit einen durchgehenden Frequenzbereich von 3,1 bis 30 Mhz!
Für den Selbstbau von UKW-Empfängern finden sich nicht nur Varicap-Tuner, MW-Teil und ZF-Verstärker, sondern auch ein mit den „modernen“ Siemens-Bausteinen „SIMIBLOCK“ aufgebauten Stereodecoder.
SIMIBLOCK ist der erste Versuch der Fa. Siemens, integrierte Funktionsmodule zu bauen. Die Bauteile werden in Kunststoffleisten geklemmt, das Ganze in Epoxydharz vergossen. Die Bedrahtung der Bauteile - die aus den Seitenflächen herausragen - wird abgeschnitten und die Fläche galvanisch verkupfert. Dann werden die erforderlichen Verbindungsleitungen wie bei Leiterplatten freigeätzt. Schließlich
wird der Simiblock lackiert.
Für den Alleinunterhalter bringt Radio-RIM nach dem „Solist“ den Koffermischverstärker „Sound 1000“, endlich mit den in der Musikszene geläufigen Klinkenbuchsen. Zum „Musikant 100“ im althergebrachten Design gibt es nun den „Musikant 100 de luxe“ mit gebürsteter Frontplatte und sowohl DIN- als auch Klinkenbuchsen.
Der „de luxe“ besitzt auch einen geänderten Ausgangstransformator.
Die Stereo-Verstärker für den Heimgebrauch sind nun „wohnzimmertauglich“.
Gebürstete Alu-Frontplatte, nussbaumfurniertes Einschubgehäuse, 2x10 Watt der „RST 30“. Der „Transamateur“ heißt nun „KMW 1000“. Zu den Oszillographen gesellt sich ein elektronischer Vierfach-Eingangsumschalter „GW 4 S“ mit 20 MHz Bandbreite.
1969 taucht ein Vorverstärker mit „Integrierter Schaltung“ auf. Die Mischpulte werden um das Stereo-Diskotheken-Mischpult „M 6 S“, wahlweise mit Kommandomikrofon (das jedoch einen Eingang blockiert) ausgestattet. Immer mehr der altbekannten Röhrenverstärker werden nun in „de luxe“-Ausführung angeboten. Der „Sound 1000“ bekommt als kleinen Bruder den „Sound 500“. Die Leistungsverstärker „Musikant de luxe“ und „Musikant 120 de luxe“ sind mit EL34 bestückt, die EL503 war scheinbar durch den Pressglassockel mechanisch zu empfindlich.
Aus dem „Rimechon 1000“ wird das volltransistorisierte „Echosound 1000“, mit von oben wechselbarer Bandschleife, analog zu den Geräten von Dynacord und Echolette. Der RST 30 wird zum RST 40, mit geänderten Bauteilwerten und transistorstabilisierter Versorgung der Vorstufen. Die Wechselsprechanlage zeigt sich im „de luxe“-Gehäuse, eine Reihe von Lautsprecherboxen runden das Programm für den Musiker ab. Der Varicap-Tuner „RKV 30“ hat bereits fünf Stationstasten, der aus Görler-Komponenten aufgebaute „UKW 2000“ verspricht Spitzenleistung.
Der „ROG 13 ST“ ist aus dem Programm verschwunden, dafür gibt es neu eine Klirrfaktormessbrücke NFM 2000.
1970 steigt die Leistung der Transistor-Mono-Endstufen mit dem BG 100 auf 100 Watt. Dieser basiert auf der Endstufe des RST 40 als Treiber für 4 x 2N3055, jedoch mit gesplitteter Versorgung. Das Angebot an Transistor-Stereoverstärkern vergrößert sich. Beim Oszillografen „ROG 7 GL“ ziehen die Transistoren in die Endstufen ein, nur die Eingangsteile und natürlich die Bildröhre bleiben Röhren.
Ein Sinus- und Rechteck-Tongenerator mit Frequenzmesser „RTG 7“ und ein Tonfrequenz-Millivoltmeter und Wattmeter „MVW 2000“ runden mit der bereits im Vorjahr erschienenen Klirrfaktormessbrücke das Labor-Programm ab. Als Ergänzung zu den Niederspannungsnetzgeräten wird als Flaggschiff das Labornetzgerät „NE 400“ vorgestellt. Ein reines Heiz- und Hochspannungsnetzgerät für die Röhrentechnik, elektronisch mit 3 x EL34 stabilisiert, von 125 bis 400 V bei max. 200 mA regelbar, mit einstellbarer negativer Gittervorspannung 0 bis 60 Volt.
Im Jahrbuch 1971 ist auf Seite 11 ein Regie-Mischpult abgebildet. In dieser Bauform stellt es jedoch einen Prototyp dar. Es wurde weder diese Gehäuseform noch die Frontplattengestaltung in die Fertigung aufgenommen. Eingebaut sind die Silizium-Klangregelbausteine von Seite 12 und unbekannte Vorverstärker (auf den Schiebereglern stehend montiert). Alle Eingänge sind mit Mikrofonübertragern ausgestattet. Der Verweis auf die Seite 53ff führt jedoch nur zu den bereits aus dem Jahrbuch 1970 bekannten Mischpulten. Der BG 100 erscheint in Variante 2 (nach RCA-Unterlagen, mit 2 x 40411 in der Endstufe). Neu ist das ELA-System 1004.
Durch Steckmodule unterschiedlich ausstattbare Transistorverstärker, auf ein und demselben Chassis aufgebaut, in den Leistungsklassen 60 Watt, 120 Watt oder Stereo mit 2 x 60 Watt.
In der Hifi-Technik gibt es nun für das Heimstudio einen Stereoverstärker mit 2 x 50 Watt, den „RST 3000“ und dazu passen den Stereo-Spitzentuner mit integrierten Bausteinen in der ZF-Stufe, den „UKW 2000 IS“. Der Signalverfolger „RSV 70“ rundet das Messgeräteprogramm ab.
1972 gibt es nur mehr 2 röhrenbestückte Module. Die Röhren-Klangregelbaustein „KR 100“ aus dem „Musikant“ und den Misch- und Klangregelbaustein aus dem „Herkules“. An Röhrenverstärkern gibt es den „Herkules E“ und den „RLE 40“, beide reine Endstufen. Mischverstärker sind nach wie vor „Tonmeister II“, „Organist de luxe“, „Musikant de luxe“, Musikant 120 de luxe“ und der „Herkules 101 S“. Für die Combo: der „Strato-Sound“. Als Zwitter zwischen ems-System und dem System 1004 bietet RIM das Kassettensystem im 19-Zoll-Format, bei dem 1004-Baugruppen in Einschübe verpackt per Tuchel-Stecker im Rahmen eingesteckt werden.
Es gibt jedoch nur die V-Kassette in drei Ausführungen (VKL = Vorverstärker + Klangregelung, EZV = Entzerr-Vorverstärker, GF+KL = Gitarrenfilter + Klangregelung) und die NTS-Kassette (enthält Netzteil, Summen- und Leitungsverstärker, integrierter 2,5 Watt Mithörverstärker).
Analog dazu wird das ela-mini-system „ems“ vorgestellt. Jede Baugruppe ein Modul, mit einheitlicher Frontplattengestaltung, einheitlicher Spannungsversorgung und Gehäusen je nach Anspruch und Menge der Module.
Den Messgerätepark ergänzt ein Leistungsnetzteil mit 0-80 Volt/2,5 A „NE 8000“ und ein passives Stereo-Wattmeter „SWM 3000“.
1973 zeigt ein erweitertes ems-Programm mit den passenden Gehäusen. Auch Komplettbausätze aus diesen Teilen sind erhältlich. In der Hifi-Szene werden die Gehäuse dem Trend entsprechend abgerundet. Der „UKW 2001“ und der dazu passenden Verstärker „RST 2001“ wird wahlweise in weißem Schleiflack oder in Nussbaum-Gehäuse geliefert. Dazu natürlich im selben Design die Lautsprecherbox „RHS 50“ und einen Plattenspieler. Ein RIM-Universal-Fet-Transistor-Millivoltmeter „RMV 3000“ verstärkt die Messmöglich-keiten. Dem „ROG 7 GL“ folgt der „ROG 7 GLT“.
Für den Bastelanfänger empfiehlt RIM den Bausatz „Apollo“ nach dem Buch von Siegfried Wirsum. Dieser Bausatz ist sozusagen die moderne Nachfolge der „Trabant“-Serie.
1974 bietet eine große Anzahl an NF-Verstärker-Baugruppen sowie Einfach- und Mehrfach-Netzteile. Das ela-1004-Programm beinhaltet Steckkarten für unter-schiedliche Eingangsquelle, Signalbearbeitung und Effekte. Im ems-Programm gibt es als Innovation einen Studio-Vorverstärker mit Dynamikbegrenzung. Neu zum Vollstereo-Diskotheken-Mischpult M 6 S ist die 19-Zoll-Frontplatte und die „spezial“-Ausführung mit Vorhörmöglichkeit und Klangregelung für das Kommandomikrofon.
Im NF-Bereich erscheint ein Stereo-Kopfhörer-Verstärker mit integrierten Endstufen.
Lautsprecher für Musikeranwendung und Tonsäulen für Beschallungszwecke runden das NF-Programm ab. Im Messgerätepark ist jedoch das Netzgerät NE 400 verschwunden.
1975 erscheint der transistorisierte Eingangs-Misch- und Klangregelteil TR-KL, zum ems-SVD die passende Klangregelung ems-SKL. Für die Anpassung schwieriger Raumsituationen gibt es den ems-RKL200, einen Großequalizer mit 20 Filterbänken.
ems-80/100 ist eine Hybrid-Endstufe im 19-Zoll-Format. Der ems-FMT ist ein UKW-Tuner mit dem Valvo FD1a in Eingangsteil und integrierter ZF- und Stereodemodulatorstufe. Dem röhrenbestückten „Organist“ folgt der „Organist TR“. Das Niedervolta III bekommt eine Bruder: das Niedervolta IV. Für die NF-Messplatz erscheint der verbesserte Signalverfolger RSV 70 B.
1976 erhofft RIM mit Digitaltechnik-Modulen in die Welt der Computertechnik vorzustoßen. RIM bietet Anzeigeeinheit, Zähler, AD- und DA-Wandler sowie den dazugehörigen Taktgenerator, alle Module als Einschübe in ein 19"-Rack. Die ems-Serie wird um eine Digitaluhr ems-DU mit 4 Fluoreszenzröhren erweitert, für die Privat-Diskothek die Lichtorgel ems-LOR. Im Bereich Stereo erscheint erstmals die Serie 3001: der Vollverstärker SV3001 mit dem UKW-Tuner FM3001. Alle Umschaltvorgänge werden mit Kurzhubtasten ausgelöst, die Eingangsumschaltung erfolgt elektronisch, der Tuner besitz Suchlauf und Senderspeicherung.
1977 wird RIM zunehmend international. Die Übersicht auf Seite 3 erscheint in deutsch, englisch und französisch, auf Seite 4 sind die Auslandsvertretungen aufgelistet. Die Digitaltechnik-Module werden ausführlicher beschrieben und es gibt einen „Funktionstabellengenerator“ FTBG 54. Die Serie ems wird von der Serie semis abgelöst. Bestehende Module in neuer Verpackung, semis klingt nach „semiprofessionell“. Die Digitaluhr DU besitzt nun eine Vierfach-Fluoreszenzanzeige.
Nach wie vor jedoch viel Frontplattenplatz pro Modul. Daher geht RIM zwei Wege: für den Profi die Serie „profis“ bzw. M6001. Hier gibt es nur 4 Module: den Vorverstärker M6001V, den Summenverstärker M6001S, das Hallmodul U6001H und das Netzteil M6001N. Der M6001V besitzt einen eingebauten analogen Aussteuerungsmesser und kann auf eine der 4 Sammelschienen geschaltet werden. Der Summenverstärker kann auf 2x4 Sammelscheinen geschaltet werden. Daher sind xN zu N zu 2 Mischpulte möglich.
1978 gibt es das erweiterte Programm „digis“. Beim System 1004 ersetzt die Treibersteckkarte „1004-TRX” die auf RCA-Unterlagen und mit RCA-Leistungstransistoren bestückte „1004-TR”. Im Bereich „semis“ erscheint die Audio-Kreuzschiene „RIM-KSV”. Sie bietet 8x8 Kreuzungspunkte und ist über einen 6bit-Bus extern steuerbar. Die KreuzungsPunkte sind mit Analogschaltern 4016 realisiert (Ron = 35 Ohm).
Für die Diskothek gibt es zur Einhaltung der behördlichen Auflagen den Lautstärkebegrenzer „semis AB”, gleichzeitig konnten durch den Einsatz der Aktivweiche „semis AW” getrennte Endstufen für Bass, Mitten und Höhen eingesetzt werden. Abgerundet durch die vom ems-System bekannt „LOR” stand einer Diskothek-Eröffnung nun nichts mehr im Wege.
1979 setzt RIM auf Flachbauweise. Die Module des System „design 1” und „design 2” erlauben dem Bastler, in einem nach eigenen Vorstellungen gestalteten flachen, aber breiten Gehäuse den gesamten Stereoverstärker aufzubauen. „design 1” erlaubt auch in Bezug auf die Ein- und Ausgangsbuchsen alle Freiheiten, beim „design 2“ sind die Positionen der Eingänge und der Regler vorgegeben. Dafür leistet die Endstufe bis zu 2 x 40 Watt, beim design 1 sind es nur 2 x 6 Watt. Die Serien ems und semis zeigen neue Module, die teilweise aus der Kombination von zwei herkömmlichen Modulen entstehen (z.B. VK + S = VKS). Die Serie 6001 wird um eine Pegelmesser „6001P” erweitert, der zur Anzeige des Summenpegels direkt an das Mischpultgehäuse geschraubt werden kann und zwei Spannband-Pegelmesser mit 100mm-Skala besitzt. Bei den Kompaktmischpulten folgt das mit einer einzigen Mutterplatine und Steckkarten aufgebaute „M 6 SN”. Der Herkules 150 hat nun das Eingangsmischpult vom Organist TR, kann also bei Bedarf mit symmetrischen Mikrofoneingängen bestückt werden. Die Serie 1004 vergrößert sich durch den „1004-ASP“ und die Endstufe „1004-ESP”.
1980 wird die Serie 6001 erweitert: ein in die Verstärker der Serie 600X steckbarer Aussteuerungsbegrenzer macht das System 6001 vollends diskothekentauglich.
Dazu passend bietet RIM den Mischverstärker „E 6004 M” (Mono, 200 Watt) und die Stereoendstufe „E 6001 ST” (2x 160 Watt). Für das Labor gibt es das Power-Doppel-Netzgerät NT605. Es liefert 2 x 0 bis 30 Volt bei 5 A, oder 0 bis ±30 Volt bei 5 A oder 0 bis 60 Volt bei 5 A oder durch Drücken der Taste „Parallel” 0 bis 30 Volt bei 10 A.
1981 bekommt der Mischverstärker „6004 M” einen Endstufen-Bruder „6004 E”.
Die Serie 1004 wird um den „1004-AN” erweitert. Im Laborbereich ist nun ein „echter Wirkleistungsmesser” verfügbar, das Stereowattmeter „SWM 6000”. Durch integrierte Hochlastwiderstände können Leistungen bis zu 2 x 1000 Watt gemessen werden. Es besitzt gepufferte NF-Ausgänge zum Anschluß weiterer Messgeräte oder eines Oszillografen, ist umschaltbar zwischen Spitzenwert und Mittelwert, die Strommessung erfolgt mittels Stromwandeltransformatoren (Delta U vernachlässigbar).
1982 erscheint für den schmalen Geldbeutel das Kleinmischpult „M 3 S” HiFi, als LBG spezial wird ein Aussteuerungsbegrenzer als eigenständiges Gerät mit plombierbaren Einstellreglern angeboten. Ein Universal-Akkuladegerät „BLG 1808 S” und das Impedanzmeßgerät „ZM 6”.
1983 kommen die ersten Meßgeräte der „schwarzen Serie”. Das ist eine Reihe von „Taschen”- Meßgeräten für den Außendienst, im genormten schwarzen Kunststoffgehäuse. Das „DCM 100”, ein digital anzeigendes Kapazitätsmeßgerät und den NF-Spektrum-Analysator „NFA 100” mit 10 Mittenfrequenzen und Elektret-Mikrofon. Auch ein Universal-Zähler-Baustein „DFM 100” ist im Katalog zu finden. Der Mikrofon-Booster „BO/400” hilft bei zu langen Mikrofonkabeln.
1984 gibt es den Rauschgenerator „RGM 1” als Modul oder als „RGG 100” im Gehäuse. Dieser erzeugt das für die Spektrumanalyse mit dem „NFA 100” erforderliche rosa Rauschen. Die Palette der Aussteuerungsmesser wird erweitert, das Flaggschiff ist das Stereo-Pegelmeßgerät „PMG 120”. Für Spitzenleistung in der Diskothek sorgt die VMOS-Endstufe „VMOS TURBO 1000”.
1985 wird RIM digital. Digitalvoltmeter in verschiedenen Ausführungen sowie das neue Kapitel Computer-Peripherie: Recorder-Interface und Schaltinterface für VIC20 und C64 und ein EPROM-Programmiermodul. Ein digitales Temperaturmeßgerät mit Schaltausgängen erlaubt Hausautomation. Die schwarze Serie erweitert das Funktionsgenerator-Gerät „FGG 6” und der Transistortester „TT 101”.
1986 zeigt einen FM-Miniempfänger mit Supersound, einen hochintegrierten Melodien-Generator, zwei Arten von Codeschlössern, Ein- und Achtkanal-Fernsteuerungen, Zeitschalter, Spannungswandler und eine Notstromumschaltung. Im ELA-Bereich erscheint ein Anpassungsmodul zwischen DIN und Cinch, ein Rückkopplungsfilter, ein Effektmischgerät, ein Durchsagemischgerät, ein Vorrangmodul und ein Lautstärke-Fernsteuer-Modul für die Serie 6004 mit „Spezial-IC”. Das „PMG 120” wird zum „VUP 120” erweitert und erlaubt die gleichzeitige Anzeige von VU, Peak und
Peak-Memory. Für Video gibt es einen Verteiler-Verstärker „AV 3”. Die Serie 1004 wird vom „ELA 2000” abgelöst. Die schwarze Serie vervollständigt der PegeltonGenerator „PG 100”.
1987 kommt zum „Apollo FM” der „Apollo S”, ein Mini-Stereo-Radio, aufgebaut ausschließlich mit integrierten Bausteinen. Die Hausautomation ergänzt ein Personen-Infrarotdetektor und ein automatisch NF-gesteuertes Schaltmodul. Den Meßgerätepark rundet ein elektronisches Hygrometer „EHM 100” ab. Der Speichervorsatz „DVS 100” macht aus dem vorhandenen Oszilloskop ein Speicher-Oszi. Im Bereich Computer werden EPROM-Programmier- und Trägermodule angeboten, ein Einplatinencomputer auf Basis 65xx erlaubt eigene Entwicklungen. Für bestehende Computer gibt es ein Fernschaltmodul, eine Echtzeituhr, ein Zweikanal-Schaltinterface, Port-Expansionsmodule, D/A-A/D-Konverter, einen 16-Kanal-A/D-Konverter, eine Systembus-Erweiterung für C64 und eine galvanische Trennung für 8 Kanäle.
Im neuen Kapitel „Sensorik” werden Geräte vorgestellt, die in Verbindung mit dem Einplatinencomputer „EPC 65” eine komplette Wetterstation mit Speichermöglichkeit darstellen: Feuchte, Luftdruck, Temperatur, Windrichtung und -geschwindigkeit werden gemessen, die Messwerte in Frequenzen umgewandelt und über die Auswerteeinheit angezeigt bzw. gespeichert.
1988 Die schwarze Serie wird durch das Doppelnetzteil „NT 224” ergänzt, die VMOS-Endstufen gibt es in 60/100/150 Watt. Ein neuer Prof-Mixer „MX 400” wird vorgestellt: anreihbar in Vierergruppen zur gewünschten Größe erweiterbar. Das “DVS 100” bekommt einen großen Bruder „DVS 200”, das Batterieladegerät „BLG 1808” wird durch das Ladegerät „BLG 3003” ergänzt.
1989 Der große Bruder des „VUP 120”: das Jumbo-VUP. 486mm breit, 100mm hoch. Für die Übertragung von NF über Postleitungen gibt es den Postleitungs-Trennverstärker „PTV” mit Leitungstreibern von Haufe, Ausgangspegel streng nach Postnorm. Der „ELA 2000” ist 1989 auch als reine Endstufe „ELA 2000 E” erhältlich.
Das letzte Electronic-Jahrbuch erschien 1989. Ab dann gab es statt des 600-seitigen Jahrbuches nur mehr Produkt-Gruppenhefte, die nach Produktgruppen aufgeteilt waren und nur mehr Fertigprodukte enthielten. Denn Labor und Entwicklung waren aufgelöst.
Es wurde eine Unzahl von Distributoren angeführt, es wurden weiter Produkt-Gruppenhefte für die Zukunft angekündigt. Es wurde auf die neuen Bestellnummern verwiesen und als Verantwortliche für die Hefte zeichneten F. Philipp und H. Wagner.
Die Halbleiter-Preisliste 1/90 zeigt typisch den Abverkauf der lagernden Teile, unter anderem die MOSFETs des Turbo 1000 und alle Typen der Audio-ICs SSMxxx.Die Liste mit den passiven Bauelementen bietet den Netztrafo (DM 275,--) und den Ausgangstrafo (DM 235,--) für den Herkules sowie die Haufe-Übertrager aus den Mischpultserien „profis 6001” und „MX 400” bzw. dem „ELA 2000”.
Das Gruppenheft „Messgeräte“ gibt es in den Herausgaben 1/19 und 2/91, darin ist als aktueller Preisstand März 1991 vermerkt. Also ist RIM im 2. Halbjahr 1991 in die Insolvenz geschlittert.
Einige Bilder zur Geschichte

Stuttgart 1965 aus dem Jahrbuch 1966 (eigene Sammlung)

Stuttgart 1965 (© Lothar Harz)

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Modellbauabteilung 1971 (© Stadtarchiv München)
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Lothar Harz erklärt 1971 den ELA 1004 C (© Stadtarchiv München)


RIM electronic 1981 semis-Bausteine (eigene Sammlung)


















